Das Wort „Problem“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet eigentlich „Vorsprung, Klippe, Hindernis“ und kann auch mit „das Hervorragende“ übersetzt werden. Hier spielt noch das griechische Verb „proballein“ mit rein, das „vorwärtswerfen“ oder „entgegenstellen“ bedeutet.

Ein Problem ist etwas, das sich dir in den Weg stellt. Das macht es zu einer „hervorragenden, markanten Sache“, die nicht mehr zu übersehen ist. Einmal erkannt gehört dieses Hervorragende zu Deinem Weg und möchte gesehen und einbezogen werden.

​Ok, lass uns das nochmal ​auf der Zunge zergehen lassen: Etwas Hervorragendes stellt sich dir in den Weg.

Oder auch: Da kommt was Großes auf dich zu.

Bist ​du bereit?

Ich begleite dich gerne ein Stück deines Weges und dabei, diese Herausforderung anzunehmen.

Ich bin übrigens eine Kämpferin für lebendige Partnerschaften. Ich liebe die Auseinandersetzung – mit mir, mit meinem Partner und mit meinem Leben! Das könnte in diesem Artikel ebenfalls deutlich zum Ausdruck kommen. Lass dich doch davon einfach ein bisschen mitreißen.

​​​Die eine Sache, die du brauchst

Also, du hast in deiner Partnerschaft dieses eine Problem. Du weißt, dass es lösbar ist. Spätestens der Test hat dir Gewissheit gebracht.

Wie geht es jetzt weiter?

Die aus meiner Sicht wichtigste Grundvoraussetzung ist: Du willst dieses Problem lösen.

Du WILLST DIESES PROBLEM lösen!

Du weißt, dass die Auseinandersetzung an diesem Punkt dich und deinen Partner weiterbringen wird und euch eine neue Beziehungsqualität schenken wird.

Du WILLST das, also bist du bereit, tiefer zu schauen, dich einzulassen, und auch eine Zeitlang Frust und Ärger anzunehmen.

Du bist ebenfalls bereit, bei dir anzufangen und die ersten Schritte zu setzen. Du erwartest NICHT, dass dein Partner sofort mitzieht. Ja, du wünschst es dir, klar. Und das sagst du deinem Partner auch. Doch du gibst nicht auf, wenn dein Partner zunächst noch nicht bereit ist. Du gibst ihm Zeit – im Idealfall, die Zeit, die er braucht, bis er bereit ist, und von sich aus spürt, dass es jetzt für euch dran ist, dieses Problem aus dem Weg zu räumen und weiterzugehen.

Du bist bereit, achtsam und liebevoll auf dich zu schauen. Dadurch wirst du spüren, wie tief du gehen und wie viel du geben kannst.

Und du weißt, wo du dir Unterstützung holen kannst, wenn du dich – zumindest gefühlt – in einer Sackgasse befindest.

Das ist die Grundlage für jede Problemlösung. Du kannst das – du hast es in deinem Leben schon hunderttausende Male getan.

Doch zum Problemlösen gehören immer zwei, oder?

​Jetzt denkst du vielleicht: In einer Partnerschaft verhält es sich natürlich etwas anders, denn da spielen zwei Personen die Hauptrolle. Du kannst nicht „einfach“ das Problem enttarnen und es dann lösen. Dafür braucht es beide.

Nein. Das stimmt nicht.

Einer muss mal anfangen. Du fängst an. Es beginnt bei dir. Du willst das Problem lösen. Weißt du noch? Du willst das! Also bist du dran. Du entscheidest.

Was für ein geiles Gefühl! Du bist aktiv​ und kannst etwas tun! Du bist handlungsfähig. Das Problem IST LÖSBAR, weißt du noch? Also, los, an die Arbeit.

Die einzige Konstante im Leben ist der Wandel. Dir stehen noch undefinierbar viele lösbare Herausforderungen bevor, die du annehmen wirst, weil du wachsen möchtest. Diese Herausforderung wird dich dir selbst und damit deinem Partner näher bringen. Sie wird euch eine neue Verbundenheit schenken.

Und jetzt wird es ​spannend

Jetzt stehst du da vor deiner persönlichen Herausforderung, die nur du kennst. Daher folgen nun einige Impulse und Fragen, die dir helfen könnten, die nächsten Schritte zu setzen:

Sorge gut für dich und sammele Ideen.

Was kannst Du JETZT tun, um diese Herausforderung zu meistern? Was kannst du tun, um genug Ressourcen für die Meisterung dieser Herausforderung zu haben?

Informiere dich.

Hilft Dir noch zusätzliches Wissen, um den Bereich, in dem du herausgefordert bist, zu überblicken?

Liegt das Problem im Bereich der Kommunikation? Dann könnten vielleicht Die fünf Sprachen der Liebe von Gary Chapman helfen oder mein Test dazu.

Oder geht es um die Sexualität in Eurer Partnerschaft? Dann könntest du bei Veronika Schmidt vorbeischauen, ihr Buch Alltagslust oder Ulrich Clements Guter Sex trotz Liebe lesen.

Vielleicht geht es auch um alte Muster und Unverarbeitetes aus der eigenen Kindheit? Da kann zum Beispiel Stefanie Stahls Das Kind in dir muss Heimat finden helfen. Das gibt es auch als Hörbuch, sodass du es mit deinem Partner regelmäßig gemeinsam anhören könntest, wenn er auch dazu bereit ist.

(Oder betrifft es einen ganz anderen Bereich? Kommentiere gerne oder schreibe mir! Auch wenn du noch weitere hilfreiche Literatur kennst. Ich erweitere die Liste gerne.)

Bleib dran.

Du wirst durch bewusste Veränderung und ehrliche Auseinandersetzung etwas bewirken. Ganz sicher.

Hol' Deinen Partner ins Boot.

Natürlich ist es sinnvoll, deinen Partner mit einzubeziehen, wenn das Problem euch beide betrifft. Frage dich bitte vorher: Was brauchst du von deinem Partner gerade? Möchtest du ihn zunächst nur darüber informieren, dass du eine Veränderung anstrebst? Was wünschst du dir von ihm? Was möchtest du ihn bitten? Wie kann er dir helfen?

Weitere praktische Tipps

Zusätzlich sind folgende Punkte hilfreich:

  • Nehmt euch Zeit zu zweit.
  • Kommuniziere achtsam und in Ich-Form.
  • Manchen hilft es auch einen Brief zu schreiben, oder eine Audiodatei oder ein Video aufzunehmen. Dann ist es oft einfacher, erst einmal in Ruhe und klar alles auszuformulieren, ohne die Gefahr, dass Emotionen hochkochen oder der Partner unterbricht. Danach könnt ihr immer noch darüber sprechen.
  • Mach dir und deinem Partner klar, dass es nicht darum geht, hier irgendwen zurechtzustutzen. Es geht um euch beide. Um eure Beziehung. Ihr wollt beide glücklich sein. Nur deswegen nehmt ihr euch jetzt Zeit.
  • Gestaltet eure Umgebung schön. Räumt das Zimmer auf, in dem ihr euch trefft. Schenkt euch ein Glas Wein ein, entzündet eure Hochzeitskerze, macht eine Lichterkette an… so, dass ihr euch beide wohlfühlt. (Oder geht direkt in euer Lieblingsrestaurant oder –park.)
  • Denkt in Möglichkeiten und werdet kreativ.
  • Macht eine Pause, wenn ihr nicht weiterkommt. Vereinbart, dass ihr im Gespräch bleibt, und macht einen Folgetermin.
  • In der Zwischenzeit könnt ihr euch beide Rat holen – z.B. auf Blogs, bei Freunden und Geschwistern oder bei einem Paarbegleiter z.B. bei mir (isabelle@gemeinsamlebendig.de).
  • Vielleicht hilft es euch auch, einen festen Termin pro Woche anzusetzen, an dem ihr regelmäßig weiter die Situation anschaut. Dabei könnte die Methode „10 Minuten für jeden“ hilfreich sein.

​Du hast nun gutes Rüstzeug, um dein Problem anzugehen. Du bist mental fokussiert, weißt, wo du dir Wissen zu bestimmten Themen holen kannst, und hast einige Ideen, was konstruktiv zu einer Problemlösung beiträgt.

Was meinst du? Was brauchst du noch? Hinterlasse gerne einen Kommentar unter diesem Artikel. 

Ich wünsche dir viel Kraft und Kreativität für deinen Weg.

Lass es dir gut gehen,

deine Isabelle

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